Empfohlener Beitrag

Willkommen auf Peanuts Seite!

Herzlich Willkommen auf einem weiteren Blog von Blogger.com ! Ich werde hier regelmäßig Rezensionen und andere Dinge über Bücher posten. Als...

Mittwoch, 21. September 2016

Rezension: "Dem Abgrund so nah" - Jessica Koch

[Hier erhältlich]



Titel: "Dem Abgrund so nah"

Autorin: Jessica Koch

Übersetzung: Die Originalsprache ist Deutsch

Genre: Moderne und zeitgenössische Belletristik; Zeitgenössische Liebesromane; Familienleben

Verlag: rororo

Klappentext Rowohlt: ,,Ein Buch, das zu Herzen geht. Ein Buch, das Mut macht.

Danny ist gerade zehn Jahre alt, als sein Leben aus den Fugen gerät.
Ein schwerer Schicksalsschlag veranlasst seine Familie, aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland zu ziehen. Dannys Vater ertränkt seinen Kummer in Alkohol und fällt zurück in Verhaltensmuster, von denen er glaubte, sie vor der Ehe endgültig abgelegt zu haben. Danny ist seinem Vater schutzlos ausgeliefert. Aber er gibt nicht auf …
Bei einem Sommercamp lernt Danny die Französin Dominique kennen. Ihre Liebe hilft ihm, sich von seiner Familie – und damit aus der Dunkelheit, die sein junges Leben prägt – zu lösen.
Es beginnt ein Kampf um Anerkennung, Freiheit, Gerechtigkeit – und um die Liebe."


Zum Buch: Das Buch erschien am 21.09.2016, enthält 336 Seiten, ist als Taschenbuch erhältlich [D: 9,99€] und schon Band 2 der Danny-Trilogie.

ISBN: 978-3-499-29087-9

Rezension: Jessica Kochs Bücher sollten im Unterricht der Erziehungswissenschaften offiziell bearbeitet werden, da ich der festen Überzeugung bin, dass ihre Geschichten über Danny pädagogisch wertvoll sind. Sehr wertvoll. Vor allem dieser Band könnte unfassbar gut auseinander genommen und behandelt werden, sodass Schüler vieles daraus lernen und erfahren könnten. Die Tatsache, dass die Trilogie auf wahren Begebenheiten beruht, unterstützt die Aussage, dass Erziehung eine immens große Sache und nicht nur mütterlicher Weise wichtig ist.

Band 2 der Trilogie ist genauso herzzerreißend wie Band 1. Ich weiß gar nicht, welcher Part schlimmer war; die Folgen von Dannys schrecklicher Kindheit oder der Verlauf von Dannys schrecklicher Kindheit. Wieder einmal bin ich so von Gefühlen überhäuft, dass ich gar nicht richtig weiß, wo ich überhaupt anfangen soll. Die Aussagen "Ein Buch, das zu Herzen geht. Ein Buch, das Mut macht.", entsprechen zu hundert Prozent der Wahrheit, denn dieses Buch erzählt von einem Jungen, der mutiger gar nicht sein könnte.

Die Gefühle, die ich beim Lesen empfunden habe, waren überwiegend negativ. Ich war schockiert, erschüttert, angeekelt und fassungslos. Nicht darüber, wie das Buch geschrieben ist, sondern darüber, wie schrecklich Menschen doch sein können. Wenn diese schrecklichen Menschen, dann auch noch die eigenen Eltern sind, dann verschlimmert es die Dinge nochmal um einiges. Jessica Koch macht mit ihrem Buch klar, wie hilflos aber auch stark Kinder sein können. Es macht einem bewusst, dass man Reden muss, wenn man möchte, dass einem geholfen wird. Aber es verdeutlicht ebenfalls, dass genau dieses Reden unglaublich schwierig sein kann.

Ich bin immer noch überwältigt davon, wie nah ich mich Danny gefühlt habe, während ich von seiner Kindheit las. Es kribbelte in meinen Fingern, weil ich, obwohl ich wusste, dass es schon Jahre vergangen ist, ihm helfen wollte. Man hört immer wieder in den Nachrichten davon, dass Menschen vergewaltigt werden und, dass viele weitere schlimme Dinge passieren, aber ich glaube, dass dort dann allerdings noch ein gewisser Abstand besteht. In "Dem Abgrund so nah" ist es meiner Meinung nach aber so, dass gar kein Abstand mehr besteht. Die kindliche Wahrnehmung von Danny und seine Verarbeitungsweise sind so schmerzhaft real beschrieben, dass man die aufkommenden Emotionen gar nicht zurückhalten kann. Allerdings muss ich hier nochmal auf den Punkt Mut zurückkommen, denn nicht viele hätten das, was er erlebt hat, so willensstark durchgehalten, wie er es getan hat.

"Dem Abgrund so nah" ist eine so berührende Geschichte, dass man gar nicht aufhören möchte zu lesen. Ich persönlich musste einfach immer weiterlesen, weil ich darauf brannte, dass Danny sich zur Wehr setzt. Ich musste wissen, wie stark dieser Junge sein kann.
Dennoch spielen noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle in dieser Geschichte. Wer dieses Buch gelesen hat, wird verstehen, wie wichtig Liebe und Zuneigung ist, humane Liebe und Zuneigung. Jedes Kind sollte mit der Sicherheit aufwachsen, dass es sich auf die Unterstützung und Liebe der Eltern verlassen kann, jedes Kind braucht Geborgenheit und Vertrauen. Aber nicht nur Elternliebe ist wichtig, sondern auch freundschaftliche Liebe, oder die gegenüber einer Person, zu der man sich hingezogen fühlt. Jeder Mensch hat das Recht darauf "Nein" zu sagen und jeder Mensch hat ein Recht auf Hilfe, egal, welches Alter.

Wie man bemerkt, bin ich sehr beeindruckt von "Dem Abgrund so nah". Ich bin beeindruckt davon, wie viel man aus Dannys Geschichte lernen kann. Meine Dankbarkeit an Jessica Koch ist mit diesem Band nur noch weiter gestiegen. Ich bin froh, dass sie die Menschen mit Geschichten konfrontiert, die tagtäglich ausgelebt werden, denn viele verschließen einfach die Augen vor Sachen, in die sie sich nicht einmischen wollen, aber eigentlich sollten.

Obwohl ich glaube, dass dieses Buch vielen Menschen helfen könnte, empfehle ich dennoch es erst ab 16 Jahren zu lesen und  außerdem denjenigen, die sich sicher sind, dass sie mit der Konfrontation von häuslicher Gewalt, Unterdrückung und Misshandlung/Vergewaltigung umgehen können. Dazu gibt es aber glücklicherweise auch noch den Abschnitt "Triggerwarning" am Anfang des Buches.

Ein herzliches Dankeschön an Rowohlt Verlage, dass sie mir das Buch zur Verfügung gestellt haben und ein weiteres Dankeschön an Jessica Koch, dass sie solch persönliche Sachen mit uns teilt.

Eure Peanut x

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen